Hula Hoop Geschichte

In den späten 80ern durfte der Hula-Hoop-Reifen in keinem Kinderzimmer fehlen. Es war ein Wiederaufleben des Trends, der bereits in den 50er Jahren die Menschen begeistert hatte. Damals beteiligten sich nicht nur Kinder an diesem spielerischen Sport, sondern auch Erwachsene hielten sich mithilfe des Hoops fit. Und führten damit eine Tradition fort, die bereits weit vor Beginn unserer Zeitrechnung begonnen hatte.

Bereits die Antike kannte den Hula-Hoop
Schon um 400 v. Chr. empfiehlt der griechische Corpus Hippocraticum, eine Sammlung medizinischer Texte aus der Antike, den sogenannten Reifenlauf. Dieser würde, so der Text, eine positive Wirkung auf die Gesundheit und das allgemeine Erscheinungsbild haben. Dass dieses Wissen selbst damals nicht mehr neu war, belegt eine Vase, die auf 500 bis 490 v. Chr. datiert wird. Sie zeigt eine Figur der griechischen Mythologie mit einem Hula-Hoop-Reifen: Ganymed, den „Schönsten aller Sterblichen“.

Der Hoop als Sportgerät bei den Indianern
Bei den Indianern Nordamerikas soll der Hula-Hoop ebenfalls ein fest integrierter Bestandteil des öffentlichen Lebens gewesen sein. Junge Krieger trainierten mithilfe des Reifens ihre Geschicklichkeit, indem sie lange Stangen durch die Öffnung eines rollenden Hoops warfen. Auch das Treffen des rollenden Reifens mit Pfeilen war ein beliebter Wettkampf zur Verbesserung der Zielsicherheit.

Von der Neuzeit bis heute
Kupferstiche belegen, dass das Spiel des Reifentreibens auch im 18. Jahrhundert noch immer sehr beliebt war. Vor allem Kinder hielten den Reifen in Ehren und fochten mit seiner Hilfe zahlreiche unterschiedliche Wettkämpfe aus. Im 19. Jahrhundert beteiligte sich zwischenzeitlich sogar der Adel an diesem Zeitvertreib – und das, obwohl die steife Kleidung kaum Bewegungen zuließ. Doch nicht nur das Reifentreiben wurde immer wieder praktiziert, sondern auch die heute typische Hula-Hoop-Bewegung gehörte grundsätzlich mit zu den Spielen.

Neu war der Hula-Hoop also nicht, als 1957 eine australische Firma damit begann, den Reifen aus Holz serienmäßig herzustellen. Und nur ein Jahr später griff die amerikanische Firma Wham-O Corp die Idee der Australier auf, änderte das Material zu Kunststoff, gab dem Reifen den Namen eines hawaiianischen Tanzes und verkaufte binnen vier Monaten 25 Millionen Hula-Hoops. Ein perfektes Comeback für einen ganz alten Star.

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